Journalist Andrzej Poczobut in strenge Strafkolonie in Belarus verlegt
03.07.2023 17:00Nach Angaben des belarussischen Journalistenverbands (BAŻ) gelte die Wahl der Novopolotsk-Strafkolonie als eine strenge Botschaft an die polnischen Behörden.
Der Journalist und Aktivist der polnischen Minderheit in Belarus, Andrzej Poczobut, wurde nach seiner Verurteilung durch die belarussischen Behörden in eine Strafkolonie in Nowopolotsk verlegt. Die Wahl dieser für ihre strengen Bedingungen bekannten Kolonie weckt Bedenken hinsichtlich des Wohlergehens von Poczobut und anderen dort inhaftierten politischen Gefangenen. Nach Angaben des belarussischen Journalistenverbands (BAŻ) gelte die Wahl der Strafkolonie als eine strenge Botschaft an die polnischen Behörden, mit denen das Schicksal von Poczobut angeblich verflochten sei.
Poczobuts Frau Oksana erfuhr durch einen Brief ihres Mannes von seiner Verlegung nach Nowopolotsk. Mit den Gefangenen gebe es dort nur wenige Kommunikationswege, was ihre Situation insgesamt undurchsichtig mache, berichtete die polnische Presseagentur PAP.
Die Fahrt von Poczobuts Heimatstadt Grodno nach Nowopolotsk dauert auf schlechten Straßen mindestens sechs Stunden. Dies bedeute zusätzliche Schwierigkeiten für Poczobuts Familie, um ihn an diesem abgelegenen Ort zu besuchen.
Die Novopolotsk-Kolonie ist für ihre strenge und harte Behandlung der Gefangenen bekannt. Ehemalige Häftlinge und deren Angehörige haben von schlimmen Zuständen und schwierigen Umweltverhältnissen berichtet, die durch die Nähe der Kolonie zu zwei großen Chemiewerken noch verschlimmert werde, so PAP.
Die achtjährige Haftstrafe gegen Poczobut in einer Hochsicherheitskolonie, wurde von Menschenrechtsorganisationen als politisch motiviert eingestuft. Belarussische Behörden beschuldigten ihn der „Aufstachelung zum Hass" und der Beteiligung an Aktivitäten, die angeblich den Nazismus unterstützten. Die polnische Regierung hat die Freilassung von Poczobut und die Abweisung aller politisch motivierten Anschuldigungen gefordert.