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Predigt von Pfarrer Maximilian Pühringer zum Hochfest Aufnahme Mariens in den Himmel

Predigt Mariä Himmelfahrt, 15.8.2026
Perikopen: Offb 11,19a; 12,1-6a.10ab Lk 139,56
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Maria, aufgenommen in den Himmel. Alles Schwere, was sie in dieser Welt erlebt hat, durfte sie hinter sich lassen. Sie ist in der Osterwirklichkeit ihres Sohnes. Sie lebt in der Freude Gottes, in der Freude des Himmels. So feiern wir heute das Fest einer tiefen Freude, einer Freude, die aus Gott kommt, einer Freude, die wir hoffentlich im Glauben immer wieder spüren dürfen. In der Frömmigkeit des Mittelalters sind zu den sieben Schmerzen Mariens, im gläubigen Nachdenken der Menschen über Maria, auch ihre sieben Freuden dazugekommen. Was sind diese sieben Freuden? Es sind: die Verkündigung durch den Engel, die Begegnung mit Elisabeth, die Geburt Christi, die Anbetung der Waisen aus dem Morgenland, die Begegnung mit Simeon, das Wiederfinden des Zwölfjährigen im Tempel und schließlich am Ende ihres Lebens, ihre Aufnahme in den Himmel. Der Text des Dogmas sagt es uns: „Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die Unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“ Diesen sieben Freuden Mariens wollen wir uns am heutigen Tag in drei Gedanken annähern, um selber etwas mehr Freude aus dem Glauben an Gott zu finden. Erstens: Mit der Verkündigung des Engels konnte Christus zur Welt kommen, als Freude für die Welt. Trotz Bedenkens, Nachfragens und Hineinwachsen in ihre Aufgabe, muss es doch auch eine Freude für Maria gewesen sein, dass Gott sie brauchte Mutter seines Sohnes zu werden, dass „er auf die Niedrigkeit seiner Magd geschaut hat“, wie sie es im Magnifikat besingt. Die erste Freude Mariens ist hochaktuell, wenn sie auch unser modernes Denken auf den Kopf stellt. Wir meinen heute uns den Wert selber geben zu müssen, durch unsere Leistung, durch Erfolg, Reichtum, Gesundheit und alle möglichen Aktivitäten. Wir übersehen, dass das Wichtigste, das, was uns wirklich wertvoll und unverwechselbar macht, ein Geschenk ist, das wir der Gnade Gottes verdanken. Wir verdanken uns Gott, nicht uns selber. Würde und Bedeutung können uns nicht durch Menschen zuteilwerden, gegeben oder gar genommen werden. Wir haben es von Gott: das ungeborene Kind, das gehandicapte Leben, der Sterbende und Besinnungslose. Maria, die kleine Frau aus Nazareth, ist in den Augen Gottes die Größte. Es ist eine Freude sein Leben und die persönliche Berufung Gott zu verdanken, und nicht sich selber. Wir sehen wie Gott den Menschen sieht, wieviel wir ihm wert sind, wie sehr er uns brauchen kann. Jeden Tag darf ich mich freuen Gottes geliebtes Geschöpf zu sein. Das ist eine gute Gegenbotschaft zum Machbarkeitswahn unserer Zeit. Zweitens: Bei den nächsten fünf Freuden Mariens geht es um das Thema der Sehnsucht, genauer gesagt um die Erfüllung der Sehnsucht durch Christus. Erfüllte Sehnsucht, wie sich Maria und Elisabeth einander begegnen und in ihrem Inneren etwas zu springen beginnt. Erfüllte Sehnsucht, wie die Mutter den neugeborenen Jesus in den Händen halten darf. Die erfüllte Sehnsucht einer guten Geburt. Erfüllte Sehnsucht, dass Menschen Christus begegnen dürfen, egal ob es die Hirten, die Sterndeuter, oder Simeon und Hannah waren. Diese Menschen und wohl noch viele andere haben in Christus die Erfüllung all ihrer Sehnsucht gefunden. Ja, Reiche, Arme, Gesunde, Kranke, gebildete und einfache Menschen, auch schwere Sünder entdecken in Christus Fundament und Wahrheit ihres Lebens. Sie finden in Christus die Freude ihres Lebens. Ich bin überzeugt, dass Maria es gefreut hat, als sie mitbekam, welche Freude viele Menschen in der Begegnung mit ihrem Sohn fanden und heute noch finden können. Das ist das Bleibende: Die Kirche beginnt nicht mit Programmen und Konzepten, die man momentan scheinbar als das Wichtigste sieht. Glaube überträgt sich nicht durch schlaue Bücher, so interessant sie auch sein können. Er überträgt sich durch Zeugen und Zeuginnen, diejenigen die Christus lieben und diese Freude zu den Menschen weitertragen. Glaube steckt dort an, wo jemand Christus selber als Schatz und Freude seines Lebensentdeckt hat. Wie ist das bei mir? Wird in meinem Leben deutlich, dass der Glaube nicht eine Last ist, sondern Lebensinhalt, der mich wirklich reich macht? Maria findet Jesus nach bangem Suchen im Tempel. Vielleicht besteht die Freude Mariens nach der etwas frech anmutenden Antwort Jesus „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ darin, dass sie jetzt weiß, dass ihr Sohn bei Gott in guten Händen ist. Dass es ihren Sohn groß macht, ihn nicht besitzen zu wollen. Maria ist uns eine gute, die beste Wegbegleiterin, wenn wir Christus verloren haben. Es ist uns doch Freude zu wissen, dass wir ihm immer wieder begegnen dürfen, dass er uns erfüllen will, dass er die Erfüllung unserer Lebenssehnsucht im Ganzen sein kann. Drittens: Die letzte Freude Mariens, das heutige Festgeheimnis, ihre Aufnahme in den Himmel und ihre Krönung. Nicht sie setzt sich die Krone des Lebens auf. Gott krönt sie mit Herrlichkeit und Ehre. Mit diesem uralten Glaubensschatz, der 1950 zum Glaubenssatz wurde, direkt nach der Orientierungslosigkeit des Zweiten Weltkrieges und des Holocaust, haben wir Christen ein Zeichen der Hoffnung und des Trostes, einen Orientierungspunkt, wenn wir das Ziel aus den Augen verlieren. Das passiert uns, so denke ich, allen immer wieder einmal. Wir verzetteln uns nicht selten in unseren Alltäglichkeiten. Wir haben Möglichkeiten, wir haben Menschen, die mitmachen, wir haben so viele Pläne. Aber die Sehnsucht ist nicht mehr da, das Wissen warum wir etwas tun, warum wir überhaupt Christen sind. Maria erinnert uns an das, was unser Ziel ist, wo unsere eigentliche Heimat ist, wo der Herr uns alle einmal haben will. Maria weckt die Sehnsucht nach dem Großen und Weiten, nach der Ewigkeit, dort, wo nur mehr Freude ist, die uns durch nichts und niemand mehr genommen werden kann. Dort, wo sie bereits ist.
Liebe Brüder und Schwestern!
Es tut gut auf die Freuden Mariens zu schauen. Die Freude, dass uns alles von Gott zukommt, die Freude, dass Glaube und Christusbegegnung Erfüllung bringt, die Freude Maria dort zu wissen, was auch unser Ziel ist, die ewige Freude des Himmels. Die Freuden Mariens mögen auch unsere Freuden sein. „Heilige Maria, aufgenommen in den Himmel, bitte für uns.“ Amen
1598
Alfredus .

@RupertvonSalzburg Eine sehr gute katholische Predigt, die unsere Liebe zu der Muttergottes Maria bestätigt und uns mit Freude erfüllt, vielen Dank ... ! Oft wird gesagt, dass die Marien-Verehrung die Liebe zu Jesus Christus verdrängt und schmälert und genau das Gegenteil ist der Fall, denn wer Maria liebt, liebt ihren Sohn noch mehr und mit allen Kräften ! O Maria, in den Himmel aufgenommen, sei unsere Mutter und bitte für uns ... !